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Gebrauchtwagenkauf – Worauf achten?

Gebrauchtwagenkauf – Worauf achten? Gebrauchtwagenkauf – Worauf achten?

Beim Kauf eines Gebrauchtwagens gibt es viele Dinge zu beachten. Schon bevor Sie zu einer Begutachtung und Probefahrt aufbrechen, sollten Sie das Modell kennen und wissen: Was sind die typischen Schwachstellen, welche Wartungsintervalle sind zu beachten, etwa beim Zahnriemenwechsel? Es lohnt sich unbedingt, im Vorfeld gut informiert zu sein.

Beim ersten Kontakt mit dem Verkäufer erfahren Sie, ob das Fahrzeug gewartet wurde, gerade repariert wird oder ob das Fahrzeug in einen Unfall verwickelt war. Das Gesamtbild ergibt sich dann bei einer persönlichen Begutachtung inklusive Probefahrt. Es gibt somit einige relevante Punkte zu bedenken beim privaten Gebrauchtwagenkauf und die wichtigsten haben wir kurz zusammengefasst.

Gebrauchtwagenkauf – Die Besichtigung

Bevor Sie einen Gebrauchtwagen kaufen, sollten Sie das Auto bei einem Besichtigungstermin genau unter die Lupe nehmen. Das alte Sprichwort „Vier Augen sehen mehr als zwei“ hilft oft, also bringen Sie einen Freund oder Bekannten mit. Praktisch wäre es dabei, wenn mindestens einer von Ihnen auch eine gewisse Ahnung vom Fach hat.

Es wäre auch hilfreich, eine Liste dabei zu haben. Bei einer persönlichen Inspektion, die möglichst tagsüber und bei gutem Wetter durchgeführt werden sollte, gilt es dann zunächst, auf das Aussehen des Gebrauchtwagens zu achten. Unebenheiten oder Farbunterschiede im Lack weisen auf bereits vorhandene Mängel oder Roststellen hin, die übermalt wirken, oder sogar mögliche Schäden abdecken sollen.

Es ist also auch fraglich, ob das Auto vielleicht aus bestimmten Gründen nicht gereinigt wurde vor der Besichtigung. Schließlich erschwert auch das die Inspektion von Oberflächen. Auch die Schrauben an den Kofferraum- und Motorhaubenteilen geben Hinweise zu erkennen.

Prüfen Sie außerdem, ob Scheiben, Scheinwerfer, Blinker, Reifen und ein vorhandener Ersatzreifen in Ordnung sind und ob die HU-Plakette gültig ist. Es ist auch wichtig, unter das Auto und unter die Motorhaube zu schauen. Beispielsweise kann ein Problem mit dem Motor oder dem Getriebe durch das Öl im Unterboden erkennbar sein.

Auch sollten Sie skeptisch sein, wenn die Angaben auf dem Ölwechseletikett höher sind als der Kilometerstand auf dem Armaturenbrett. Überprüfen Sie ebenso, ob Schläuche und Dichtungen unbeschädigt sind. Interessenten sollten vor dem Gebrauchtwagenkauf auch einen Blick auf das Kühlmittel werfen. Ist es trüb, könnte das auf eine defekte Zylinderkopfdichtung hindeuten.

Gebrauchtwagenkauf – Besonderheit Innenraum

Wenn Sie einen Gebrauchtwagen kaufen möchten, sollten Sie vorab auch den Innenraum des Autos auf Mängel untersuchen. Wenn der Teppich im Fußraum feucht oder muffig ist, kann die Dichtung des Fahrzeuges undicht sein. Prüfen Sie auch, ob die Elektronik, vom Außenspiegel über die Klimaanlage, zu Scheibenwischern bis Scheinwerfer, einwandfrei funktioniert.

Wenn die Sitze stark durchhängen oder abgerieben sind, das Lenkrad abgenutzt ist und die Pedale stark abgenutzt sind, sollten sich potenzielle Käufer fragen, ob der Zustand für die angegebene Laufleistung eines Gebrauchtwagens überhaupt zutreffend sein kann.

Ist dies nicht der Fall, kann eine Tachomanipulation vorliegen. Ein erfahrener Laie kann diese Feinheiten sehr gut erkennen. Wer jedoch auf Nummer sicher gehen möchte, kann seinen Gebrauchtwagen von einem Sachverständigen begutachten lassen. Einige Werkstätten, Prüfstellen oder Autoclubs bieten Gebrauchtwagenuntersuchungen an. Die Kosten liegen zwischen 100 und 150 Euro. Wenn Sie durch den Kauf eines Gebrauchtwagens sparen, lohnt sich die Investition immer noch auf jeden Fall.

Gebrauchtwagenkauf – Die Probefahrt

Ist die Besichtigung des Gebrauchtwagens abgeschlossen, sollten Interessenten auf eine Probefahrt bestehen und sich dafür Zeit nehmen. Vor Fahrtantritt sollte jedoch geklärt werden, wie das Fahrzeug versichert ist. Außerdem sollte der Motor kalt und noch nicht auf Betriebstemperatur sein.

Beim Einschalten der Zündung muss die entsprechende Kontrollleuchte im Cockpit kurz aufleuchten und beim Motorstart wieder ausgehen. Auch sollte der Motor ohne Probleme starten und nicht unruhig laufen. Danach sollten weniger befahrene Straßen priorisiert werden. Überdies sollten Sie außerhalb der Stadt fahren, da einige Mängel erst bei höheren Geschwindigkeiten erkannt werden können.

Was potenzielle Gebrauchtwagenkäufer zudem beachten sollten, sind wichtige kleinere Tipps. Rutscht die Kupplung? Gibt es Auffälligkeiten oder Geräusche während der Probefahrt? Wie sieht es mit der Bremsleistung aus? Zudem bietet ein kurzer Stopp auf dem Parkplatz die Möglichkeit, das Auto aus nächster Nähe zu betrachten, ohne sich umschauen zu müssen.

Gebrauchtwagenkauf – Der Kaufvertrag

Wer nach Besichtigung und Probefahrt tatsächlich einen Gebrauchtwagen kaufen möchte, muss sich noch mit Papierkram und Verträgen auseinandersetzen. Ungereimtheiten in der Fahrzeugdokumentation sind besonders streng zu betrachten, da sie häufig auf Betrug hinweisen. Daher sollten Hersteller, Fahrgestellnummer, Kfz-Kennzeichen und Hauptuntersuchungsangaben im Dokument sorgfältig auf Übereinstimmung mit den direkten Angaben am Fahrzeug geprüft werden.

Die FIN kann hier zusätzliche Sicherheit bieten. Bei den meisten Autos gibt die zehnte Ziffer in Buchstaben oder Zahlen das Modelljahr an. Dieses kann zwar je nach Hersteller variieren, gibt aber dennoch Aufschluss über das Alter des Gebrauchtwagens. Sie können auch beim Hersteller nach einer Fahrgestellnummer fragen, wenn Sie absolut sicher sein wollen. Achten Sie beim Gebrauchtwagenkauf auch auf das Scheckheft des Wagens.

Wenn keine Einträge vorhanden sind, die Einträge nicht zum Fahrzeug passen oder unglaubwürdig aussehen, weil sie beispielsweise alle mit demselben Stift geschrieben wurden, sollten potenzielle Käufer misstrauisch werden. Ist aber soweit alles in Ordnung, sollten sie schließlich noch darauf achten, dass der Kaufvertrag die volle zwölfmonatige gesetzliche Gewährleistung beinhaltet, was manche Händler durch Tricks wie den Privatverkauf zu umgehen versuchen.

Wenn Sie einen Gebrauchtwagen privat kaufen möchten, sollten Sie überdies noch darauf achten, dass Eigentümer und Verkäufer identisch sind. Ist dies nicht der Fall, sollte eine Vollmacht angefordert werden zu Ihrer Sicherheit.

Gebrauchtwagenkauf – Spätere Probleme

Wer alle Tipps befolgt hat und nach dem Gebrauchtwagenkauf immer noch Pech hat, sollte nicht gleich verzweifeln. Zumindest in den ersten sechs Monaten nach dem Kauf geht die Rechtsprechung davon aus, dass etwaige Mängel bereits vor dem Kauf vorhanden waren. Händler haben Anspruch auf zwei Reparaturen mit der Möglichkeit, das Auto anschließend zurückzugeben.

Wurde das Fahrzeug längere Zeit abgestellt und erst im Nachhinein der Schaden bemerkt, kann der Käufer das Fahrzeug sofort zurückgeben. Dies gilt allerdings nur für sehr neue Gebrauchtwagen.

Bei gravierenden Mängeln besteht jedoch eine gute Chance, dass ein Gebrauchtwagen auch nach längerer Zeit noch beanstandet werden kann, zumindest im Handel. Dazu gehören zum Beispiel verdeckte Unfälle und irreparable Schäden.

Etwas schwieriger ist es beim Kauf bei einer Privatperson, die jegliche Sachmängelhaftung ausschließt. Der einzige Grund, warum der Verkäufer das Auto zurücknehmen muss, ist eine betrügerische Falschdarstellung. Der Käufer muss jedoch nachweisen, dass zum Beispiel ein verdeckter Unfallschaden bereits vor dem Kauf bestanden hat und der Verkäufer davon Kenntnis hatte. Gerade bei Fahrzeugen mit mehreren Vorbesitzern kann dies sehr schwierig sein.

Letztendlich ist ein Gebrauchtwagenkauf immer Vertrauenssache. Potenzielle Käufer sollten daher immer auf ihr Bauchgefühl hören. Manche Angebote sind einfach viel zu schön, um wahr zu sein.

Fazit – Gebrauchtwagenkauf – Worauf achten?

Wenn Sie einen Gebrauchtwagen von Privat oder einem Händler kaufen möchten, erleben Sie im schlimmsten Fall sehr leicht eine böse Überraschung. Seriöse Verkäufer sind oft nicht leicht von schwarzen Schafen zu unterscheiden. Vertrauenswürdige Verkäufer erkennt man aber etwa oft daran, dass sie eventuelle Vorschäden und Mängel des zum Verkauf stehenden Gebrauchtwagens öffentlich ansprechen und eine vollständige Fahrzeugdokumentation zur Verfügung stellen. Außerdem bieten sie die Möglichkeit, das Auto in Ruhe zu beobachten und eine ausführliche Probefahrt zu unternehmen.

Lassen Sie sich Zeit, bei der Vorbereitung und Recherche ebenso wie bei der Besichtigung, Probefahrt und der Vertragskontrolle. Was auf Anhieb auffällt, kann sofort geklärt werden und es lassen sich nach besten Möglichkeiten alle sichtbaren Fallstricke erkennen.

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